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Reisebericht: auf zum Polarlicht

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Doc²
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BeitragVerfasst am: 12.03.2019 21:03    Titel: Tag 6: Moi I Rana – Bodø Antworten mit Zitat

Auf den heutigen Tag habe ich mich wirklich gefreut, denn es gibt einiges spektakuläres zu sehen, obwohl es die kürzeste Etappe der Reise ist. Das trostlose Frühstück im Ausweichhotel spiegelte den Gesamteindruck von dem heruntergewirtschaftet Laden wieder. Müsste ich hier mehr als eine Nacht verbringen währe damit der Urlaub für mich echt eine Enttäuschung geworden. Aber dem war ja nicht so.

Der Schneegriesel bei der Abfahrt hielt sich recht lang, über 80 km, bis hin zu meinem ersten Stopp, der Polarkreisstation. Klar war diese geschlossen, verschneit und im Grunde nicht zu erreichen, aber trotzdem habe ich es mir hier auf der Hochebene nicht nehmen lassen das zweite Frühstück aus meiner Essenskiste zu fischen.
Auf dem Weg hierher war auch wieder eine größere Baustelle. Ich war doch sehr erstaunt das bei den knackigen Minusgraden hier noch gearbeitet wurde.

Die Straße wurde hier oben kaum mehr geräumt, liess sich aber trotz der Schneeverwehungen sehr gut befahren. Mit Schnee haben meine Reifen deutlich weniger Probleme als mit Eis. Die Straße war gut markiert und wurde auch gestreut so das man hier gut den Weg gefunden hat. Der Schneegriesel hörte auf, es ergab sich bei der Abfahrt ins Tal eine tolle Aussicht, da spielte das Außenthermometer verrückt, aus den-5°C bei der Abfahrt wurden + 3 und gleich darauf wieder - 3°C ich wusste nicht so recht was ich davon halten sollte und dachte es muss an dem Zwischenstopp gelegen haben. Hier muss wohl die Abwärme vom Kühler den Temperaturfühler aufgewärmt haben.
Dem war aber nicht so, denn es fing an zu regnen, es war also tatsächlich wärmer geworden. Und erst in einer links rechts Kurvenkombination merkte ich das es damit auch glatt geworden ist, es war Eis auf der Fahrbahn. Darauf hin habe ich sofort meine Fahrt verzögert, fort an traute ich mir nicht mehr als 60 km/h zu. Der norwegische Mercedes hinter mir wollte mich noch überholen, kam aber nicht einmal an mich heran, es war also wirklich glatt. Ein Streudienst habe ich erst 15 km weiter gesehen, auf der entgegen kommenden Spur, wenig später hatte ich auch einen vor mir. Hinter her fahren ging nicht, dafür war der zu langsam, ich musste überholen, durchdrehende Räder im dritten Gang, aber ich kam sicher vorbei.

Aber kurz darauf habe ich die E6 verlassen und es ging wieder auf einer der Nebenstraßen weiter. Bei der Routenplanung habe ich die Steigungen der Berge auf meinem Weg komplett ignoriert, nun hatte ich aber so eine vor mir, 8% auf 3 km. Es geht hoch hinauf, auf dem Weg über diesen Bergkamm sah ich auch noch wie hier die Straßen geräumt werden, mit schweren Baumaschinen. Oben angekommen dachte ich mich in den Alpen wieder zu finden. Die eingezuckerte Straße war wie aus dem Schnee herausgefräst. Über 1 m hoch waren rechts und links der Fahrbahn die Schneewände. Ich war sehr beeindruckt. Auf dem Weg hinab fing es wieder mehr an zu regnen, das war aber nicht so schlimm da auf der schneeigen und stark gestreuten Straße die Haftung gut war, das habe ich auch immer wieder geprüft.

Das nächste Ziel sollte der Saltenstraumen sein, der stärksten Gezeitenströmung Europas.
Vorher gab es aber noch mal einen kleinen Anstieg, davor ein großes Schild mit, ich vermute einer Warnung, natürlich auf norwegisch, also unverständlich. Ich merkte aber recht schnell was die Worte bedeutete: „eingeschränkter Winterdienst“, die Straße war so glatt das ich über den zweiten Gang nicht hinaus kam.

Am Strom angekommen habe ich das Wasser in den Fjord hineinlaufen gesehen. Ich stand erst auf der falschen Brücke und war nicht sonderlich beeindruckt von den fließenden Wassermassen, aber als ich dann die richtige entdeckte, ärgerte ich mich sehr das ich nun schon vom Regen durchgeweicht war und mir dieses Naturschauspiel nicht auch noch genauer anschauen konnte.

Das Wetter wurde auf dem restlichen Weg nach Bodo nicht besser, die Temperaturen blieben leicht im Plus bei Regen. In Bodo habe ich mich durch die Baustellen gut hindurch gefunden bis zu meinem Hotel, welches ich schon recht früh beziehen konnte.
Es ist die teuerste Übernachtung der gesamten Reise, entsprechend hoch sind meine Erwartungen, vor allem ans Frühstück. Da ich noch viel Zeit hatte, habe ich mir den Hafen von Bodo noch genauer anschauen wollen, der Regen und der zum Teil stark böige Wind machte es mir aber schwer. Nass durchgeweicht musste ich mich sogar an einem Verkehrsschild festhalten um nicht weggeweht zu werden.
Das ganze habe ich am Abend dann noch einmal wieder holt, aber ich glaube Nordlichter sind bei diesem Wetter nicht zu sehen.

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06 Mo I Rana - Bodø.PNG
 Beschreibung:
Egal ob Sommer oder Winter, die Alternative zur 80, die 812, würde ich jedem auf dem Weg nach Bodø empfehlen.
 Dateigröße:  536.04 KB
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06 Mo I Rana - Bodø.PNG



Tag 6 (1).JPG
 Beschreibung:
An der verschneiten Polarkreisstation.
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Tag 6 (1).JPG



Tag 6 (2).JPG
 Beschreibung:
Das ist eine der weniger spektakulären Strömungen. Man sieht die Wassermassen deutlich verwirbelt.
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Tag 6 (2).JPG



Tag 6 (3).JPG
 Beschreibung:
Manch einer mag diesen Hafenanblick von Bodø wieder erkennen.
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Tag 6 (3).JPG


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Doc²
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BeitragVerfasst am: 14.03.2019 18:43    Titel: Tag 7: Bodø – Mosjøen Antworten mit Zitat

Ab heut beginnt der Rückweg. Vorher aber noch das Frühstück und gegen Mittag bin ich dann aufgebrochen. Auf dem Rückweg will ich es vermeiden die Selbe Strecke zu fahren, wie auf dem Hinweg. Als Alternaive zur Hinroute, über das Saltenfjeld, währe nur eine Fährverbindung geblieben. Diese habe ich aber, wegen der zuerwartenden Wartezeit vermieden. Nicht nur am Meer, in Bodo, waren die Temperaturen recht warm, mit 6°C, auch in 700 m Höhe, 2°C, beim Polarkreis war es wärmer geworden. So ist hier die Eis und Schneepiste vor sich hin getaut und ich konnte mit 90 km/h über dem Polarkreisgrenze brettern. Nicht aber ohne eine kleinen Stopp.

Den Abzweig zur heuten Nebenstrecke musste ich suchen. Denn entgegen meinem Aufschrieb tauchte die Kreuzung nicht exakt da auf wo ich sie vermutete. Hier haben scheinbar ein paar Rundungsfehler zu einer Verschiebung von 2 km geführt.
Die Landschaft, abseits der Hauptstrecke, war wieder Atmen beraubend und ich habe mir noch die Zeit genommen in der Abenddämmerung ein Bild zu machen.

Am Hotel angekommen, schon vor drei Tagen bin ich daran vorbei gefahren, musste ich aber feststellen das hier was nicht stimmt. Das Hotel war geschlossen. Telefonisch habe ich von irgendjemanden erfahren das ein anderes Hotel alle Gäste und Buchungen übernommen hatte.
Darüber wurde ich aber nicht informiert, entsprechend stand ich nun wieder dumm da.
Aber nach ein paar Anrufen und Erklärungen habe ich den Weg gefunden.
Ich dachte in Bodo währe ich teuer unter gekommen, die Nacht kostete mich fast 100 EUR.
Hier in Mosjoen war es aber noch einmal mehr. Ich bezahle dabei, ungewollt, den Namen und die Historie, welche mich überhaupt nicht interessiert, vom Hotel mit. So übernachte ich nun im ältesten Hotel von Nord Norwegen. Über 200 Jahre gibt es dieses Hotel nun schon an diesem Ort. Das Preis/Leistungs - Verhältnis stimmt überhaupt nicht und bestätigt wieder einmal das es sich nicht lohnt in ältere und besondere Hotels zu gehen, anstatt zu einer größeren und moderneren Kette. Aber ich bin zufrieden das ich hier noch so einfach untergekommen bin, eine Beschwerde wird es trotzdem geben bei meinem Buchungsservice.
Denn dieser hätten mich darüber informieren müssen, erst recht bei einer deutlichen Preissteigerung.

Der Tag war bis auf wenige Augenblicke komplett verregnet und recht warm.
Bei diesem Wetter habe ich keine Chance ein Nordlicht zu sehen.
In Bodo erklärte man mir das es dafür trocken und sehr kalt sein muss.
Beides ist nicht der Fall. Deswegen brauche ich mir heute auch nicht die Mühe machen für einen abendlichen Rundgang.

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07 Bodø - Mosjøen.PNG
 Beschreibung:
Da ich erst nach 12 Uhr aufgebrochen war, blieb kaum Zeit. Deswegen auch nur ein kleiner Abstecher abseits der Hauptstraße.
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07 Bodø - Mosjøen.PNG



Tag 7 (1).JPG
 Beschreibung:
Gestern noch mit Schnee bedeckt und heute deutlich besser zu erkennen.
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Tag 7 (1).JPG



Tag 7 (2).JPG
 Beschreibung:
Der letzte Blick auf den Saltdalsfjorden.
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Tag 7 (2).JPG



Tag 7 (3).JPG
 Beschreibung:
Dieses Bild ist eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang entstanden, wo kahm das Licht her?
Der Mond war es nicht.
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Tag 7 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 16.03.2019 20:52    Titel: Tag 8: Mosjøen – Malvik Antworten mit Zitat

Von Väterchen Frost zu Neptun, das könnte der Untertitel vom heutigen Tag sein. Denn die beiden Ausflüge haben mich heute sowohl in die verschneiten Berge, als auch ans Meer gebracht.

Schon als ich die Route für den heutigen Tag ausgearbeitet habe, war ich mir nicht ganz sicher ob es eine schlaue Idee ist weiter ins Landesinnere zu fahren um dort den Winter zu suchen und auch zu entdecken. Aber angesichts der Wetterlage, war dies der einzige wirkliche Ausflug in eine weiße Winterlandschaft mit verschneiten Straßen.
Zu meinem Glück, aber auch zu dem der anderen, war ich für einige Kilometer in der weißen Pracht, praktisch alleine Unterwegs. So konnte ich meinen Fiesta nach belieben die Berge und Kurven hoch und runter, hin und her scheuchen. Der heutige Verbrauch zeigt wie es dabei zu ging. Die Winterreifen haben auf dem frischen Schneematsch gut gegriffen und so war das Fahren ein kontrollierter Spaß. Das auch hier oben am Tunnsjøen See plus gerade einsetzten war kein Wunder, den beim morgendlichen Start in Mosjoen waren es schon 7°C und sehr windig.

Auf der Strecke Richtung Trondheim ist mir schon vor einer Weile eine kleine Insel im Fjord aufgefallen – Tautra – das war das zweite Ziel des Tages.
Der starke Wind, vorm Meer kommend, hatte die Fjorde deutlich aufgewühlt, wie sich das direkt am Meer anfühlt kann ich nur erahnen. Und in diesem Sturm habe ich die schmale Brücke auf das Vogelschutzgebiet gequert.
Der Wind und die Wellen, das aufbrausende Meer, was für ein Erlebnis.

Auf dem Rückweg habe ich die eine oder andere Ecke schon wieder erkannt.
Bei der Hinfahrt kam ich hier auf Teilen der E6 schon einmal entlang.
Aber gefühlt sind diese Kilometer, ich nenne sie mal Verbindungsetappen, zu den Nebenstrecken, heute kaum ins Gewicht gefallen. Die kleinen Sträßchen durch die Landschaft waren wieder das Erlebnis des Tages.
Meine Routenplanung hat dabei wieder bestens funktioniert, nur einmal habe ich im Aufschrieb rechts und links miteinander verwechselt. Die Beschilderung der Straßen war aber eindeutig und aussagekräftig genug, so das ich den Weg wie immer fehlerfrei gefunden habe.
Obwohl mehrfach und immer wieder gerade auf den kleineren Straßen vor Wildwechsel gewarnt wird, habe ich bisher weder Elche noch Einhörner oder Rentiere entdecken können.

Zum späten Nachmittag habe ich dann auch mein Hotel, eine Haus einer größeren Kette, auf der Autobahn bezogen.
Tolles Zimmer, im dem Charme der frühen 90er, aber qualitativ hochwertig, war eine angenehme Entschädigung für den letzten Aufenthalt.
Hier werde ich mit Sicherheit besser schlafen, als in der letzten Nacht.

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08 Mosjøen – Malvik.PNG
 Beschreibung:
Von 600 m über NN bis auf NN ging es heute hinauf und wieder runter. Zwei Ausflüge Abseits der E6 welche sich wirklich gelohnt haben.
 Dateigröße:  518.08 KB
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08 Mosjøen – Malvik.PNG



Tag 8 (1).JPG
 Beschreibung:
Ideale Bedingungen für Wintersport.
Und ich war der Zweite der dies heute geniessen durfte.
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Tag 8 (1).JPG



Tag 8 (2).JPG
 Beschreibung:
Achtung Rentiere, gesehen habe ich aber keines.
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Tag 8 (2).JPG



Tag 8 (3).JPG
 Beschreibung:
Rechts ist die Brück zu erahnen. Vor den Bergen ist die Insel zu erkennen im aufgepeitschten Trondheimsfjorden
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Tag 8 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 18.03.2019 19:46    Titel: Tag 9: Malvik – Dal Antworten mit Zitat

Es ist schon erstaunlich wie gut gelaunt und motiviert man aufsteht, wenn man gut geschlafen hat. Das Frühstück hat mir an dem Morgen auch besonders gut geschmeckt.
Dafür das mein Hotel direkt an der Hauptverkehrsroute, der E6, lag, war es ausgesprochen ruhig.

Die ersten Kilometer führten mich natürlich auf die Autobahn, aber nur ein kleines Stück.
Denn Montagmorgenverkehr um Trondheim bin ich wieder aus dem Weg gegangen und über ein paar Nebenstraßen, ein Stück kannte ich davon auch schon, habe ich Trondheim umfahren. Unweigerlich, auf dem Weg Richtung Süden musste ich aber wieder auf die E6.
Aber nur bis zur nächsten größeren Abfahrt, zur E3, welche parallel zur E6, nur weiter im landesinneren, verläuft. Die E3 ist nicht so stark ausgebaut wie das Stück der E6 zwischen Oslo und Trondheim, ist aber auch deutlich geringer von Verkehr belastet.
Entsprechend leicht und einfach bin ich vorangekommen.
Während der Fahrt überquerte ich noch einmal einen Pass, über 700 m hoch, hier war die Außentemperatur auch knapp unter dem Gefrierpunkt. Die Landschaft wirkte wie mit Zuckerguss bestrichen, auch hier ist der Schnee immer mal wieder geschmolzen und hat auf den Felder wie eine Art Decke gelassen.
Dem Flusslauf, dem ich mit der E3 folgte, sah ich nur hin und wieder zwischen den Bäumen hindurchblitzen, da hatte die E6 zum Teil spektakulärere Ausblicke in den Tälern geboten. Eben weil es aber dem Flusslauf entlang ging, gab es kaum mehr nennenswerte Steigungen und das entspannte Rollen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 und 80 km/h führten wieder zu einem sehr guten Verbrauch, um 3 l / 100 km, laut Bordcomputer.

Mein Hotel lag an der E6, nördlich von Oslo, und über ein paar Nebenstraßen habe ich den restlichen Weg günstig abgeschnitten.
Etliche Wild-Warnschilder standen rechts und links der Fahrbahn und auch eine Wild-Übergangsstelle, an der der Wildzaun unterbrochen war gab es auf einer der Nebenstraßen. Scheinbar leben hier, nord östlich von Oslo, sowie an der Route der E3 sehr viele Elche.
Auf den letzten Kilometern, auf der E6, zum Hotel konnte ich dann auch tatsächlich einen Elch entdecken. Er beobachte von einem Hang aus den Verkehr auf der Autobahn. Gefahr bestand aber für niemanden, da ein Wildzaun die Fahrbahn schützte.
Da ich aber auf der zur Autobahn ausgebauten E6 unterwegs war, konnte ich nicht anhalten um einen genaueren Blick auf das Tier zu werfen, oder gar ein paar Fotos zu machen.

Das heutige Wetter hat wieder zum Reisen eingeladen.
Zwar gab es zwischendurch auch ein paar Wolken, aber ab Mittag hatte die Sonne den Himmel für sich erobert, bis zum Sonnenuntergang gegen 17:30 Uhr.
Bei 4°C bin ich gestartet und wärme wurde es heute auch nicht.
Wenn das Wetter der letzten Tage deutlich kälter gewesen und alles was an Regen gefallen, als Schnee herunter gekommen und liegen geblieben wäre, so hätten die Straßen, vor allem die Nebenstraßen, hier sicherlich anders aus gesehen. Die Kilometerleistungen welche ich hier problemlos am Tag schaffe, sind so vermutlich nur durch das gute Wetter möglich.
An einigen Steigungen habe ich Warnschilder gesehen, für LKW Fahrer, Schneeketten aufzuziehen und bei den meisten LKW hängen diese auch irgendwo am Fahrzeug bereit.
Hätte ich an so einer Steigung einen langsameren LKW vor mir gehabt, so hätte mich dieser mit Sicherheit aufgehalten, falls ich denn nichts selbst auch Probleme beim erklimmen der Steigung gehabt hätte.

Die vermutlich letzte Skandinavische Tankfüllung habe ich mir im Lauf des Vormittags abgeholt und diese sollte noch bis zur Fähre ausreichen.
Meine Restreichweite beträgt fast das doppelte der morgiegen Tagesetappe, entsprechend habe ich ein gutes Gefühl auch anzukommen. Wenn nicht, gibt es ja immer noch den Reserve Kanister im Kofferraum.

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09 Malvik - Dal.PNG
 Beschreibung:
Die ersten Kilomter führten mich entlang der Ufer vom See Jonsvatnet. Später folgte ich dem Fluß Glama.
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09 Malvik - Dal.PNG



Tag 9 (1).JPG
 Beschreibung:
Ein letzter Blick von der Frühstpcksterasse in den Trondheimer Strindfjorden.
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Tag 9 (1).JPG



Tag 9 (2).JPG
 Beschreibung:
Wer sagt das Norweger keinen Autogeschmack hätten? Entdeckungen Abseits der Hauptstraßen.
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Tag 9 (2).JPG



Tag 9 (3).JPG
 Beschreibung:
Mittag unterm Hintern vom polierten Edelstahl Elch an der E3. Siehe Bild im Bild.
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Tag 9 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 19.03.2019 14:02    Titel: Re: Tag 9: Malvik – Dal Antworten mit Zitat

Doc² @ 18.03.2019 19:46 hat folgendes geschrieben:
Wer sagt das Norweger keinen Autogeschmack hätten? Entdeckungen Abseits der Hauptstraßen.

Daumen Hoch
Ja, nur der Fiesta passt nicht ins Bild zwinker

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Captain
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BeitragVerfasst am: 19.03.2019 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Herren,

da bist ja gut weit im Norden angekommen.
Es gibt sogar ein bild von meinem Fiesta vor der 'Polarkreishütte" - finde es nur grad nicht..
Zumindest bis da bin ich mal gekommen..

Na dann weiter viel Spaß auf der Reise !!!

Grüße aus Berlin!
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Doc²
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BeitragVerfasst am: 20.03.2019 18:02    Titel: Tag 10: Dal – Göteborg – Kiel Antworten mit Zitat

Auch die letzte Hotelnacht war gut und beim Frühstück habe ich mein persönlichen kulinarischen Höhepunkt gefunden. Die Rühreier waren in jeder Richtung gelungen.
Natürlich habe ich mir auch eine zweite Portion schmecken lassen.

Die letzte Etappe in Skandinavien bestand fast ausschließlich aus Nebenstraßen.
Zwar waren die ersten 30 und die letzten 100 km wieder auf der E6, aber die 250 km dazwischen auf der „22“. Wer einmal einen Ähnlichen Weg haben sollte, von Göteborg nach Oslo dem empfehle ich diese Route. Man muss zwar ein wenig Zeit mit bringen, aber ich habe bis jetzt noch keine Straßen befahren die sich so schön dahin schlängelt.
Bei der Routenplanung habe ich darauf nicht alt zu sehr geachtet.
Hier ist mir nur aufgefallen das die 22, mit der 165 in Schweden, vergleichbar verläuft wie die E6. Das bedeutet keine Maut und fahraktives Autofahren. Mehr als nur hinter dem Lenkrad sitzen und darauf warten das man endlich ankommt.

Das hier so weit im Süden von Norwegen das Wetter nicht mehr kälter werden würde war auch klar. Der Frost der Nacht war nach dem Frühstück schon wieder abgetaut und ich startete bei 2°C. In Göteborg war es gegen Mittag über 10 °C warm. Die Sonne meinte es heute auch wieder gut und lies die Temperaturen zum Ende dieses Februar auf maximal 12°C steigen. Entsprechend gab es hier in Schweden keinen Schnee mehr zu sehen.

Ich kam, trotz einer Ehrenrunde sehr pünktlich im Fährhafen von Göteborg an.
Ich hätte in Halden ein Stichpunkt mehr in meiner Routenplanung gebraucht, „über die Brücke links abbiegen", da das Straßenschild mit der „22“ ein wenig klein und versteckt sich am Straßenrand verbarg.

Das Schiff was uns nach Deutschland bringen sollte lag gegen kurz vor 15 Uhr auch schon am Kai. Einlass wurde uns ab 16:30 Uhr gewährt.
Das Auslaufen vom Schiff und die Aussicht auf das im nächtlichen Dunst verschwindende Göteborg habe ich mir nicht nehmen lassen.
Die Schiffsroute führt auch unter der Öhresund-Brücke entlang, aber ich habe sie trotzdem nicht gesehen, denn wir passierten die Brücke gegen 4 Uhr morgens.

In meiner Kabine ist eine unheimlich nervig zischende Luftabsaugung, ich habe nur mit Ohrenstöpseln schlafen können. Auch die Vibrationen vom Antrieb und die Spieleautomaten vor meiner Tür nehme ich ganz deutlich war.
Ich denke ein Kreuzfahrtschiff bietet hier mehr Luxus als diese Fähre. Aber auch das wollte ich ausprobieren.

Die Verpflegung hier auf dem Schiff ist nicht im Preis inbegriffen.
Die Bars und verschiedenen Restaurants bieten unterschiedliche Speisen an. Aber unter umgerechnet 10 EUR wird man hier nicht satt. Außer man bringt sich selbst was mit.
Drum gab es heute Abend bei mir grüne Erbsen Eintopf mit ein paar Keksen.

Am Vortag, im Lauf des Nachmittags, erreichte mich eine SMS von der Rederei.
Darin hieß es: Ich muss eine maschinenlesbaren Personalausweis mitbringen mit einem Chip oder einem MRZ-Code, sonst werde ich nicht mitgenommen.
Da ich nur einen normalen Personalausweis mit mir führe, bin ich davon ausgegangen das ich ziemlich wahrscheinlich nicht auf das Schiff gelassen werde. In der Warteschlange vor dem Einlass erklärte man mir aber das hier in Schweden die Fahrerlaubnis oftmals als Ausweisersatz verwendet wird und deswegen sich dieser Hinweis mehr an diese Passagiere richtet, als an alle anderen, welche ihren Ausweis ohne hin mit sich führen. Entsprechend gab es keine Probleme bei mir, so wie auch schon bei der Überfahrt von Dänemark aus.

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10 Dal - Göteborg.PNG
 Beschreibung:
Mit eine meiner kürzeren Etappen, aber auch mit eine der schönsten.
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10 Dal - Göteborg.PNG



Tag 10 (1).JPG
 Beschreibung:
So hat mich Schweden empfangen. Nur noch das Eis auf dem See zeugt vom Winter.
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Tag 10 (1).JPG



Tag 10 (2).JPG
 Beschreibung:
Warten auf das beladen der Fähre: ich war das zweite Auto in der Schlange.
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Tag 10 (2).JPG



Tag 10 (3).JPG
 Beschreibung:
Ausgelaufen sind wir pünktlich gegen 18:45.
Aussicht: Göteborg bei Nacht
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Tag 10 (3).JPG


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