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Reisebericht: auf zum Polarlicht

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Doc²
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BeitragVerfasst am: 12.03.2019 21:03    Titel: Tag 6: Moi I Rana – Bodø Antworten mit Zitat

Auf den heutigen Tag habe ich mich wirklich gefreut, denn es gibt einiges spektakuläres zu sehen, obwohl es die kürzeste Etappe der Reise ist. Das trostlose Frühstück im Ausweichhotel spiegelte den Gesamteindruck von dem heruntergewirtschaftet Laden wieder. Müsste ich hier mehr als eine Nacht verbringen währe damit der Urlaub für mich echt eine Enttäuschung geworden. Aber dem war ja nicht so.

Der Schneegriesel bei der Abfahrt hielt sich recht lang, über 80 km, bis hin zu meinem ersten Stopp, der Polarkreisstation. Klar war diese geschlossen, verschneit und im Grunde nicht zu erreichen, aber trotzdem habe ich es mir hier auf der Hochebene nicht nehmen lassen das zweite Frühstück aus meiner Essenskiste zu fischen.
Auf dem Weg hierher war auch wieder eine größere Baustelle. Ich war doch sehr erstaunt das bei den knackigen Minusgraden hier noch gearbeitet wurde.

Die Straße wurde hier oben kaum mehr geräumt, liess sich aber trotz der Schneeverwehungen sehr gut befahren. Mit Schnee haben meine Reifen deutlich weniger Probleme als mit Eis. Die Straße war gut markiert und wurde auch gestreut so das man hier gut den Weg gefunden hat. Der Schneegriesel hörte auf, es ergab sich bei der Abfahrt ins Tal eine tolle Aussicht, da spielte das Außenthermometer verrückt, aus den-5°C bei der Abfahrt wurden + 3 und gleich darauf wieder - 3°C ich wusste nicht so recht was ich davon halten sollte und dachte es muss an dem Zwischenstopp gelegen haben. Hier muss wohl die Abwärme vom Kühler den Temperaturfühler aufgewärmt haben.
Dem war aber nicht so, denn es fing an zu regnen, es war also tatsächlich wärmer geworden. Und erst in einer links rechts Kurvenkombination merkte ich das es damit auch glatt geworden ist, es war Eis auf der Fahrbahn. Darauf hin habe ich sofort meine Fahrt verzögert, fort an traute ich mir nicht mehr als 60 km/h zu. Der norwegische Mercedes hinter mir wollte mich noch überholen, kam aber nicht einmal an mich heran, es war also wirklich glatt. Ein Streudienst habe ich erst 15 km weiter gesehen, auf der entgegen kommenden Spur, wenig später hatte ich auch einen vor mir. Hinter her fahren ging nicht, dafür war der zu langsam, ich musste überholen, durchdrehende Räder im dritten Gang, aber ich kam sicher vorbei.

Aber kurz darauf habe ich die E6 verlassen und es ging wieder auf einer der Nebenstraßen weiter. Bei der Routenplanung habe ich die Steigungen der Berge auf meinem Weg komplett ignoriert, nun hatte ich aber so eine vor mir, 8% auf 3 km. Es geht hoch hinauf, auf dem Weg über diesen Bergkamm sah ich auch noch wie hier die Straßen geräumt werden, mit schweren Baumaschinen. Oben angekommen dachte ich mich in den Alpen wieder zu finden. Die eingezuckerte Straße war wie aus dem Schnee herausgefräst. Über 1 m hoch waren rechts und links der Fahrbahn die Schneewände. Ich war sehr beeindruckt. Auf dem Weg hinab fing es wieder mehr an zu regnen, das war aber nicht so schlimm da auf der schneeigen und stark gestreuten Straße die Haftung gut war, das habe ich auch immer wieder geprüft.

Das nächste Ziel sollte der Saltenstraumen sein, der stärksten Gezeitenströmung Europas.
Vorher gab es aber noch mal einen kleinen Anstieg, davor ein großes Schild mit, ich vermute einer Warnung, natürlich auf norwegisch, also unverständlich. Ich merkte aber recht schnell was die Worte bedeutete: „eingeschränkter Winterdienst“, die Straße war so glatt das ich über den zweiten Gang nicht hinaus kam.

Am Strom angekommen habe ich das Wasser in den Fjord hineinlaufen gesehen. Ich stand erst auf der falschen Brücke und war nicht sonderlich beeindruckt von den fließenden Wassermassen, aber als ich dann die richtige entdeckte, ärgerte ich mich sehr das ich nun schon vom Regen durchgeweicht war und mir dieses Naturschauspiel nicht auch noch genauer anschauen konnte.

Das Wetter wurde auf dem restlichen Weg nach Bodo nicht besser, die Temperaturen blieben leicht im Plus bei Regen. In Bodo habe ich mich durch die Baustellen gut hindurch gefunden bis zu meinem Hotel, welches ich schon recht früh beziehen konnte.
Es ist die teuerste Übernachtung der gesamten Reise, entsprechend hoch sind meine Erwartungen, vor allem ans Frühstück. Da ich noch viel Zeit hatte, habe ich mir den Hafen von Bodo noch genauer anschauen wollen, der Regen und der zum Teil stark böige Wind machte es mir aber schwer. Nass durchgeweicht musste ich mich sogar an einem Verkehrsschild festhalten um nicht weggeweht zu werden.
Das ganze habe ich am Abend dann noch einmal wieder holt, aber ich glaube Nordlichter sind bei diesem Wetter nicht zu sehen.

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06 Mo I Rana - Bodø.PNG
 Beschreibung:
Egal ob Sommer oder Winter, die Alternative zur 80, die 812, würde ich jedem auf dem Weg nach Bodø empfehlen.
 Dateigröße:  536.04 KB
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06 Mo I Rana - Bodø.PNG



Tag 6 (1).JPG
 Beschreibung:
An der verschneiten Polarkreisstation.
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Tag 6 (1).JPG



Tag 6 (2).JPG
 Beschreibung:
Das ist eine der weniger spektakulären Strömungen. Man sieht die Wassermassen deutlich verwirbelt.
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Tag 6 (2).JPG



Tag 6 (3).JPG
 Beschreibung:
Manch einer mag diesen Hafenanblick von Bodø wieder erkennen.
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Tag 6 (3).JPG


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Doc²
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BeitragVerfasst am: 14.03.2019 18:43    Titel: Tag 7: Bodø – Mosjøen Antworten mit Zitat

Ab heut beginnt der Rückweg. Vorher aber noch das Frühstück und gegen Mittag bin ich dann aufgebrochen. Auf dem Rückweg will ich es vermeiden die Selbe Strecke zu fahren, wie auf dem Hinweg. Als Alternaive zur Hinroute, über das Saltenfjeld, währe nur eine Fährverbindung geblieben. Diese habe ich aber, wegen der zuerwartenden Wartezeit vermieden. Nicht nur am Meer, in Bodo, waren die Temperaturen recht warm, mit 6°C, auch in 700 m Höhe, 2°C, beim Polarkreis war es wärmer geworden. So ist hier die Eis und Schneepiste vor sich hin getaut und ich konnte mit 90 km/h über dem Polarkreisgrenze brettern. Nicht aber ohne eine kleinen Stopp.

Den Abzweig zur heuten Nebenstrecke musste ich suchen. Denn entgegen meinem Aufschrieb tauchte die Kreuzung nicht exakt da auf wo ich sie vermutete. Hier haben scheinbar ein paar Rundungsfehler zu einer Verschiebung von 2 km geführt.
Die Landschaft, abseits der Hauptstrecke, war wieder Atmen beraubend und ich habe mir noch die Zeit genommen in der Abenddämmerung ein Bild zu machen.

Am Hotel angekommen, schon vor drei Tagen bin ich daran vorbei gefahren, musste ich aber feststellen das hier was nicht stimmt. Das Hotel war geschlossen. Telefonisch habe ich von irgendjemanden erfahren das ein anderes Hotel alle Gäste und Buchungen übernommen hatte.
Darüber wurde ich aber nicht informiert, entsprechend stand ich nun wieder dumm da.
Aber nach ein paar Anrufen und Erklärungen habe ich den Weg gefunden.
Ich dachte in Bodo währe ich teuer unter gekommen, die Nacht kostete mich fast 100 EUR.
Hier in Mosjoen war es aber noch einmal mehr. Ich bezahle dabei, ungewollt, den Namen und die Historie, welche mich überhaupt nicht interessiert, vom Hotel mit. So übernachte ich nun im ältesten Hotel von Nord Norwegen. Über 200 Jahre gibt es dieses Hotel nun schon an diesem Ort. Das Preis/Leistungs - Verhältnis stimmt überhaupt nicht und bestätigt wieder einmal das es sich nicht lohnt in ältere und besondere Hotels zu gehen, anstatt zu einer größeren und moderneren Kette. Aber ich bin zufrieden das ich hier noch so einfach untergekommen bin, eine Beschwerde wird es trotzdem geben bei meinem Buchungsservice.
Denn dieser hätten mich darüber informieren müssen, erst recht bei einer deutlichen Preissteigerung.

Der Tag war bis auf wenige Augenblicke komplett verregnet und recht warm.
Bei diesem Wetter habe ich keine Chance ein Nordlicht zu sehen.
In Bodo erklärte man mir das es dafür trocken und sehr kalt sein muss.
Beides ist nicht der Fall. Deswegen brauche ich mir heute auch nicht die Mühe machen für einen abendlichen Rundgang.

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07 Bodø - Mosjøen.PNG
 Beschreibung:
Da ich erst nach 12 Uhr aufgebrochen war, blieb kaum Zeit. Deswegen auch nur ein kleiner Abstecher abseits der Hauptstraße.
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07 Bodø - Mosjøen.PNG



Tag 7 (1).JPG
 Beschreibung:
Gestern noch mit Schnee bedeckt und heute deutlich besser zu erkennen.
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Tag 7 (1).JPG



Tag 7 (2).JPG
 Beschreibung:
Der letzte Blick auf den Saltdalsfjorden.
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Tag 7 (2).JPG



Tag 7 (3).JPG
 Beschreibung:
Dieses Bild ist eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang entstanden, wo kahm das Licht her?
Der Mond war es nicht.
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Tag 7 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 16.03.2019 20:52    Titel: Tag 8: Mosjøen – Malvik Antworten mit Zitat

Von Väterchen Frost zu Neptun, das könnte der Untertitel vom heutigen Tag sein. Denn die beiden Ausflüge haben mich heute sowohl in die verschneiten Berge, als auch ans Meer gebracht.

Schon als ich die Route für den heutigen Tag ausgearbeitet habe, war ich mir nicht ganz sicher ob es eine schlaue Idee ist weiter ins Landesinnere zu fahren um dort den Winter zu suchen und auch zu entdecken. Aber angesichts der Wetterlage, war dies der einzige wirkliche Ausflug in eine weiße Winterlandschaft mit verschneiten Straßen.
Zu meinem Glück, aber auch zu dem der anderen, war ich für einige Kilometer in der weißen Pracht, praktisch alleine Unterwegs. So konnte ich meinen Fiesta nach belieben die Berge und Kurven hoch und runter, hin und her scheuchen. Der heutige Verbrauch zeigt wie es dabei zu ging. Die Winterreifen haben auf dem frischen Schneematsch gut gegriffen und so war das Fahren ein kontrollierter Spaß. Das auch hier oben am Tunnsjøen See plus gerade einsetzten war kein Wunder, den beim morgendlichen Start in Mosjoen waren es schon 7°C und sehr windig.

Auf der Strecke Richtung Trondheim ist mir schon vor einer Weile eine kleine Insel im Fjord aufgefallen – Tautra – das war das zweite Ziel des Tages.
Der starke Wind, vorm Meer kommend, hatte die Fjorde deutlich aufgewühlt, wie sich das direkt am Meer anfühlt kann ich nur erahnen. Und in diesem Sturm habe ich die schmale Brücke auf das Vogelschutzgebiet gequert.
Der Wind und die Wellen, das aufbrausende Meer, was für ein Erlebnis.

Auf dem Rückweg habe ich die eine oder andere Ecke schon wieder erkannt.
Bei der Hinfahrt kam ich hier auf Teilen der E6 schon einmal entlang.
Aber gefühlt sind diese Kilometer, ich nenne sie mal Verbindungsetappen, zu den Nebenstrecken, heute kaum ins Gewicht gefallen. Die kleinen Sträßchen durch die Landschaft waren wieder das Erlebnis des Tages.
Meine Routenplanung hat dabei wieder bestens funktioniert, nur einmal habe ich im Aufschrieb rechts und links miteinander verwechselt. Die Beschilderung der Straßen war aber eindeutig und aussagekräftig genug, so das ich den Weg wie immer fehlerfrei gefunden habe.
Obwohl mehrfach und immer wieder gerade auf den kleineren Straßen vor Wildwechsel gewarnt wird, habe ich bisher weder Elche noch Einhörner oder Rentiere entdecken können.

Zum späten Nachmittag habe ich dann auch mein Hotel, eine Haus einer größeren Kette, auf der Autobahn bezogen.
Tolles Zimmer, im dem Charme der frühen 90er, aber qualitativ hochwertig, war eine angenehme Entschädigung für den letzten Aufenthalt.
Hier werde ich mit Sicherheit besser schlafen, als in der letzten Nacht.

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08 Mosjøen – Malvik.PNG
 Beschreibung:
Von 600 m über NN bis auf NN ging es heute hinauf und wieder runter. Zwei Ausflüge Abseits der E6 welche sich wirklich gelohnt haben.
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08 Mosjøen – Malvik.PNG



Tag 8 (1).JPG
 Beschreibung:
Ideale Bedingungen für Wintersport.
Und ich war der Zweite der dies heute geniessen durfte.
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Tag 8 (1).JPG



Tag 8 (2).JPG
 Beschreibung:
Achtung Rentiere, gesehen habe ich aber keines.
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Tag 8 (2).JPG



Tag 8 (3).JPG
 Beschreibung:
Rechts ist die Brück zu erahnen. Vor den Bergen ist die Insel zu erkennen im aufgepeitschten Trondheimsfjorden
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Tag 8 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 18.03.2019 19:46    Titel: Tag 9: Malvik – Dal Antworten mit Zitat

Es ist schon erstaunlich wie gut gelaunt und motiviert man aufsteht, wenn man gut geschlafen hat. Das Frühstück hat mir an dem Morgen auch besonders gut geschmeckt.
Dafür das mein Hotel direkt an der Hauptverkehrsroute, der E6, lag, war es ausgesprochen ruhig.

Die ersten Kilometer führten mich natürlich auf die Autobahn, aber nur ein kleines Stück.
Denn Montagmorgenverkehr um Trondheim bin ich wieder aus dem Weg gegangen und über ein paar Nebenstraßen, ein Stück kannte ich davon auch schon, habe ich Trondheim umfahren. Unweigerlich, auf dem Weg Richtung Süden musste ich aber wieder auf die E6.
Aber nur bis zur nächsten größeren Abfahrt, zur E3, welche parallel zur E6, nur weiter im landesinneren, verläuft. Die E3 ist nicht so stark ausgebaut wie das Stück der E6 zwischen Oslo und Trondheim, ist aber auch deutlich geringer von Verkehr belastet.
Entsprechend leicht und einfach bin ich vorangekommen.
Während der Fahrt überquerte ich noch einmal einen Pass, über 700 m hoch, hier war die Außentemperatur auch knapp unter dem Gefrierpunkt. Die Landschaft wirkte wie mit Zuckerguss bestrichen, auch hier ist der Schnee immer mal wieder geschmolzen und hat auf den Felder wie eine Art Decke gelassen.
Dem Flusslauf, dem ich mit der E3 folgte, sah ich nur hin und wieder zwischen den Bäumen hindurchblitzen, da hatte die E6 zum Teil spektakulärere Ausblicke in den Tälern geboten. Eben weil es aber dem Flusslauf entlang ging, gab es kaum mehr nennenswerte Steigungen und das entspannte Rollen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 und 80 km/h führten wieder zu einem sehr guten Verbrauch, um 3 l / 100 km, laut Bordcomputer.

Mein Hotel lag an der E6, nördlich von Oslo, und über ein paar Nebenstraßen habe ich den restlichen Weg günstig abgeschnitten.
Etliche Wild-Warnschilder standen rechts und links der Fahrbahn und auch eine Wild-Übergangsstelle, an der der Wildzaun unterbrochen war gab es auf einer der Nebenstraßen. Scheinbar leben hier, nord östlich von Oslo, sowie an der Route der E3 sehr viele Elche.
Auf den letzten Kilometern, auf der E6, zum Hotel konnte ich dann auch tatsächlich einen Elch entdecken. Er beobachte von einem Hang aus den Verkehr auf der Autobahn. Gefahr bestand aber für niemanden, da ein Wildzaun die Fahrbahn schützte.
Da ich aber auf der zur Autobahn ausgebauten E6 unterwegs war, konnte ich nicht anhalten um einen genaueren Blick auf das Tier zu werfen, oder gar ein paar Fotos zu machen.

Das heutige Wetter hat wieder zum Reisen eingeladen.
Zwar gab es zwischendurch auch ein paar Wolken, aber ab Mittag hatte die Sonne den Himmel für sich erobert, bis zum Sonnenuntergang gegen 17:30 Uhr.
Bei 4°C bin ich gestartet und wärme wurde es heute auch nicht.
Wenn das Wetter der letzten Tage deutlich kälter gewesen und alles was an Regen gefallen, als Schnee herunter gekommen und liegen geblieben wäre, so hätten die Straßen, vor allem die Nebenstraßen, hier sicherlich anders aus gesehen. Die Kilometerleistungen welche ich hier problemlos am Tag schaffe, sind so vermutlich nur durch das gute Wetter möglich.
An einigen Steigungen habe ich Warnschilder gesehen, für LKW Fahrer, Schneeketten aufzuziehen und bei den meisten LKW hängen diese auch irgendwo am Fahrzeug bereit.
Hätte ich an so einer Steigung einen langsameren LKW vor mir gehabt, so hätte mich dieser mit Sicherheit aufgehalten, falls ich denn nichts selbst auch Probleme beim erklimmen der Steigung gehabt hätte.

Die vermutlich letzte Skandinavische Tankfüllung habe ich mir im Lauf des Vormittags abgeholt und diese sollte noch bis zur Fähre ausreichen.
Meine Restreichweite beträgt fast das doppelte der morgiegen Tagesetappe, entsprechend habe ich ein gutes Gefühl auch anzukommen. Wenn nicht, gibt es ja immer noch den Reserve Kanister im Kofferraum.

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09 Malvik - Dal.PNG
 Beschreibung:
Die ersten Kilomter führten mich entlang der Ufer vom See Jonsvatnet. Später folgte ich dem Fluß Glama.
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09 Malvik - Dal.PNG



Tag 9 (1).JPG
 Beschreibung:
Ein letzter Blick von der Frühstpcksterasse in den Trondheimer Strindfjorden.
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Tag 9 (1).JPG



Tag 9 (2).JPG
 Beschreibung:
Wer sagt das Norweger keinen Autogeschmack hätten? Entdeckungen Abseits der Hauptstraßen.
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Tag 9 (2).JPG



Tag 9 (3).JPG
 Beschreibung:
Mittag unterm Hintern vom polierten Edelstahl Elch an der E3. Siehe Bild im Bild.
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Tag 9 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 19.03.2019 14:02    Titel: Re: Tag 9: Malvik – Dal Antworten mit Zitat

Doc² @ 18.03.2019 19:46 hat folgendes geschrieben:
Wer sagt das Norweger keinen Autogeschmack hätten? Entdeckungen Abseits der Hauptstraßen.

Daumen Hoch
Ja, nur der Fiesta passt nicht ins Bild zwinker

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Captain
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BeitragVerfasst am: 19.03.2019 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Herren,

da bist ja gut weit im Norden angekommen.
Es gibt sogar ein bild von meinem Fiesta vor der 'Polarkreishütte" - finde es nur grad nicht..
Zumindest bis da bin ich mal gekommen..

Na dann weiter viel Spaß auf der Reise !!!

Grüße aus Berlin!
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Doc²
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BeitragVerfasst am: 20.03.2019 18:02    Titel: Tag 10: Dal – Göteborg – Kiel Antworten mit Zitat

Auch die letzte Hotelnacht war gut und beim Frühstück habe ich mein persönlichen kulinarischen Höhepunkt gefunden. Die Rühreier waren in jeder Richtung gelungen.
Natürlich habe ich mir auch eine zweite Portion schmecken lassen.

Die letzte Etappe in Skandinavien bestand fast ausschließlich aus Nebenstraßen.
Zwar waren die ersten 30 und die letzten 100 km wieder auf der E6, aber die 250 km dazwischen auf der „22“. Wer einmal einen Ähnlichen Weg haben sollte, von Göteborg nach Oslo dem empfehle ich diese Route. Man muss zwar ein wenig Zeit mit bringen, aber ich habe bis jetzt noch keine Straßen befahren die sich so schön dahin schlängelt.
Bei der Routenplanung habe ich darauf nicht alt zu sehr geachtet.
Hier ist mir nur aufgefallen das die 22, mit der 165 in Schweden, vergleichbar verläuft wie die E6. Das bedeutet keine Maut und fahraktives Autofahren. Mehr als nur hinter dem Lenkrad sitzen und darauf warten das man endlich ankommt.

Das hier so weit im Süden von Norwegen das Wetter nicht mehr kälter werden würde war auch klar. Der Frost der Nacht war nach dem Frühstück schon wieder abgetaut und ich startete bei 2°C. In Göteborg war es gegen Mittag über 10 °C warm. Die Sonne meinte es heute auch wieder gut und lies die Temperaturen zum Ende dieses Februar auf maximal 12°C steigen. Entsprechend gab es hier in Schweden keinen Schnee mehr zu sehen.

Ich kam, trotz einer Ehrenrunde sehr pünktlich im Fährhafen von Göteborg an.
Ich hätte in Halden ein Stichpunkt mehr in meiner Routenplanung gebraucht, „über die Brücke links abbiegen", da das Straßenschild mit der „22“ ein wenig klein und versteckt sich am Straßenrand verbarg.

Das Schiff was uns nach Deutschland bringen sollte lag gegen kurz vor 15 Uhr auch schon am Kai. Einlass wurde uns ab 16:30 Uhr gewährt.
Das Auslaufen vom Schiff und die Aussicht auf das im nächtlichen Dunst verschwindende Göteborg habe ich mir nicht nehmen lassen.
Die Schiffsroute führt auch unter der Öhresund-Brücke entlang, aber ich habe sie trotzdem nicht gesehen, denn wir passierten die Brücke gegen 4 Uhr morgens.

In meiner Kabine ist eine unheimlich nervig zischende Luftabsaugung, ich habe nur mit Ohrenstöpseln schlafen können. Auch die Vibrationen vom Antrieb und die Spieleautomaten vor meiner Tür nehme ich ganz deutlich war.
Ich denke ein Kreuzfahrtschiff bietet hier mehr Luxus als diese Fähre. Aber auch das wollte ich ausprobieren.

Die Verpflegung hier auf dem Schiff ist nicht im Preis inbegriffen.
Die Bars und verschiedenen Restaurants bieten unterschiedliche Speisen an. Aber unter umgerechnet 10 EUR wird man hier nicht satt. Außer man bringt sich selbst was mit.
Drum gab es heute Abend bei mir grüne Erbsen Eintopf mit ein paar Keksen.

Am Vortag, im Lauf des Nachmittags, erreichte mich eine SMS von der Rederei.
Darin hieß es: Ich muss eine maschinenlesbaren Personalausweis mitbringen mit einem Chip oder einem MRZ-Code, sonst werde ich nicht mitgenommen.
Da ich nur einen normalen Personalausweis mit mir führe, bin ich davon ausgegangen das ich ziemlich wahrscheinlich nicht auf das Schiff gelassen werde. In der Warteschlange vor dem Einlass erklärte man mir aber das hier in Schweden die Fahrerlaubnis oftmals als Ausweisersatz verwendet wird und deswegen sich dieser Hinweis mehr an diese Passagiere richtet, als an alle anderen, welche ihren Ausweis ohne hin mit sich führen. Entsprechend gab es keine Probleme bei mir, so wie auch schon bei der Überfahrt von Dänemark aus.

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10 Dal - Göteborg.PNG
 Beschreibung:
Mit eine meiner kürzeren Etappen, aber auch mit eine der schönsten.
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10 Dal - Göteborg.PNG



Tag 10 (1).JPG
 Beschreibung:
So hat mich Schweden empfangen. Nur noch das Eis auf dem See zeugt vom Winter.
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Tag 10 (1).JPG



Tag 10 (2).JPG
 Beschreibung:
Warten auf das beladen der Fähre: ich war das zweite Auto in der Schlange.
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Tag 10 (2).JPG



Tag 10 (3).JPG
 Beschreibung:
Ausgelaufen sind wir pünktlich gegen 18:45.
Aussicht: Göteborg bei Nacht
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Tag 10 (3).JPG


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BeitragVerfasst am: 22.03.2019 16:59    Titel: Kiel – Spreewald Antworten mit Zitat

Der letzte kleine Hüpfer sollte nun auch kein Problem mehr sein.
Frühstück auf der Fähre kostet rund 14 EUR, wenn man nicht in irgendeiner Form reserviert hat. Aber die Vielfalt, so habe ich mir sagen lassen, rechtfertigt diesen Preis.
Ich hatte noch ein belegtes Baguette vom letzten Einkauf übrig, ein paar kleine Tomaten und andere Reste, wurde also auch satt.
Da aber bis zum Anlegen in Kiel noch ein wenig Zeit war, habe ich noch einmal mit meinem Fernglas vom Oberdeck die langsam aus dem Dunst auftauchende deutsche Küste beäugt und mich wenig später im Restaurant wieder gefunden beim Blick in Fahrtrichtung.
Als wir dann festgemacht hatten hieß es Tasche schnappen und auf zum Autodeck, nur wo war das? Ich musste mich beeilen da ich ja der erste in der Autoreihe war und so habe ich mich prompt an Bord verlaufen. Ich war auf der falschen Seite vom Schiff, aber ein Mannschaftsmitglied hat mir den Weg zeigen können. Ich kam noch rechtzeitig.

Vom Schiff ging es dann auch recht fix, genauso wie aus Kiel heraus.
Nach einem kleinen Abstecher in Schwerin bei Verwandtschaft habe ich dann den Tempomat auf 160 km/h eingestellt und schlief am Abend wieder in meinem heimischen Bett.
An die hohen Geschwindigkeiten habe mich recht schnell wieder gewöhnt.
_________________________________________

Mit diesem letzten Beitrag sind die Tagesberichte nun vollständig.
Wer meine Routenplanung, als Textdokument, gerne haben möchte darf sich jederzeit bei mir melden. Hotel empfehlungen möchte ich nicht geben, aber die Hotels mit denen ich zufrieden war, können der Täglichenroutenführung entnommen werden.

_________________



11 Kiel - Spreewald.PNG
 Beschreibung:
Die deutschen Autobahen haben mich wieder.
Hier spulten sich die Kilometer sich verdammt schnell ab.
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11 Kiel - Spreewald.PNG



Tag 11 (1).JPG
 Beschreibung:
Die Kielerbucht im Morgendunst.
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Tag 11 (1).JPG


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BeitragVerfasst am: 24.03.2019 10:54    Titel: Fazit Antworten mit Zitat

Nun ist mein Urlaub und diese Reise schon ein paar Tage her und es bleibt die Frage: was ist mir davon im Gedächtnis geblieben? Wenn ich zurück Blicke und ein Urteil über diese Tage fällen müsste wie würde dies ausfallen?

Einfach nur zu sagen / schreiben es war schön und hat sich gelohnt währe etwas zu flach.
Drum versuche ich das ganze ein wenig greifbarer zu unterteilen und die verschiedenen Aspekte meiner Reiser zu bewerten.

Die Reise / Fahrt:
Auf die Idee, mal eben, einen knapp 5000 km Ausflug zu machen kommt sicherlich nicht jeder. Denn um sich für so etwas begeistern zu können muss man, so denke ich, schon ein besonderer Mensch sein und das Autofahren schon als ein Teil vom Urlaub erleben wollen.
Erst recht wenn man am Ziel Ort, besser gesagt am Umkehrpunkt, auch nur eine Nacht bleibt.
Dies war für mich kein Urlaub bei dem ich wegen dem Ziel der Reise aufgebrochen bin, um dieses zugenießen. Dasn diese Art von Urlaub nicht jedem gefällt liegt auch auf der Hand.
Mir aber schon, denn es war mein Ziel, wie ich es schon im ersten Beitrag geschrieben habe: zu fahren.
Das man dabei automatisch durch unbekannte Landstriche kommt und allerlei Landschaft sieht ist logisch und ein positiver Nebeneffekt.
Die Umstellung auf das „Nomadenleben“, weil von Ort zu Ort reisen, ist mir dabei recht leicht gefallen, auch wenn ich mich eher als sesshaften Mensch bezeichnen würde.
Der Grund waren die Hotels, ich konnte mich jeden Abend darauf verlassen ein gemachtes Bett vorzufinden. Das die Routenplanung im Vorfeld nicht nur reine Organisation war, sondern schon zum Träumen eingeladen, Neugierde und Vorfreude geschürt hat, liegt auf der Hand.
Deswegen ist dies für mich auch schon ein Teil vom Urlaub gewesen, wenn auch ein stressiger. Knapp zwei Wochen lang hieß es jeden Abend eine Etappe planen.
Für mich war dieser Urlaub, das Fahren mit allem was dazu gehört, eine wirklich schöne Erfahrung. Und erst auf der Fähre nach Deutschland ist mir klar geworden das jetzt dieser Teil der Reise vorbei ist. Mit ein wenig Wehmut blickte ich von Bord zurück. Während der Fahrt selbst habe ich aber kaum gemerkt wie toll es eigentlich ist, da ich so in der Route und dem Fahren aufgegangen bin. Wie so oft merkt man erst im Nachhinein wie toll es eigentlich war.
Für jemanden der auf das Ankommen und den Ort genießen mehr wert legt ist diese Art des Reisens natürlich nichts.

Die Unterkunft / Hotels:
Der Jahreszeit geschuldet war Camping keine Option welche für mich die in Frage kam.
Zwar gab es einige wenige geöffnete Campingplätze und freigegebene Stellplätze, aber am Ende jeden Tages auch noch ein Zelt aufbauen, einrichten und mich um all die Annehmlichkeiten kümmern, wäre mir zu viel gewesen.
Von Hotels erwarte ich im Grunde nicht viel. Luxus kann, muss aber nicht sein. Worauf ich aber wert lege sind Selbstverständlichkeiten welche, wie man als Reisender leider immer wieder feststellen muss, von Hotelbesitzer oft anders gesehen werden.
Ein Bett, was nicht schon vor Jahren auf den Sperrmüll entsorgt hätte werden müssen, zählen genauso dazu wie Ruhe. Nervige Lüftungen und durchgelegene Matratzen musste ich aber trotzdem hinnehmen. Entsprechend kann ich nicht alle Unterkünfte als gut bezeichnen und mehr als einmal habe ich mich über das Zimmer, was ich für jeweils eine Nacht bezogen habe, geärgert. Ein paar Übernachtungen waren aber wirklich angenehm, auffällig dabei war das diese entweder bei größeren Ketten waren, oder aber neueren Hotels.
Eine allgemeine Bewertung kann ich hier nicht vornehmen da jedes Haus hätte individuell betrachtet werden müssen. Drum bleibt mir hier nur das Fazit, ja es war gut, aber auch schlecht.

Das Reiseland Norwegen und die Sehenswürdigkeiten:
Letztendlich ist eine Bewertung vom einen Land auch eine Empfehlung.
Nur kann ich keine allgemeine Aussage zu Norwegen machen, da ich, speziell als Tourist, so manche Ecken gar nicht zu sehen bekommen habe, oder nicht die Zeit hatte mir wirklich das gesamte Land anzuschauen. Drum bleibt mir nur die Möglichkeit die Orte entlang meiner Route zu betrachten. Da ich mir aber aus Kirchen, den immer gleichen Fußgängerzonen und typischen Touristen Attraktion so überhaupt nichts mache, habe ich solche Orte auch nicht besucht. Fast jede größere Stadt auf meine Route könnte mit etwas besonderen die Aufmerksamkeit von Reisenden auf sich ziehen. Wenn man sich für so etwas Zeit nehmen will und daran Freude hat, findet man bestimmt schöne und interessante Orte.
Speziell in Norwegen muss man sich aber darüber im Klaren sein das die Entfernungen dazwischen deutlich größer sind als in Deutschland. Deswegen kommt man um längere Fahrtstrecken nicht drum herum.
Die Menschen, auf welche es mir auch nicht ankam, sind meist freundlich und mit ein paar Brocken englisch konnten sie immer Antworten. In Norwegen, mit seiner Einwohnerdichte von 13 Personen pro km², in Deutschland sind es 237 pro km², sollte es aber auch so sein, denn wer weiß schon wann man wieder jemanden trifft. Speziell in den Unterkünften und beim Einkaufen erwarte ich aber auch nichts anderes. Auf den Hauptverkehrsrouten ist es aber keines Wegs so einsam wie man glauben könnte, die Momente in denen ich niemanden im Rückspiegel oder vor mir gesehen habe waren doch recht selten.
Nach Norwegen, vielleicht gilt dies sogar für ganz Skandinavien, sollte nur Reisen wer Abseits vom großen Trubel die Ruhe und Natur sucht und auch finden möchte. Richtig einsam wird man aber auch hier nicht wirklich sein.

Abschließend muss ich sagen: nein es war nicht der Urlaub und die Reise wie ich sie mir vorgestellt habe, nicht zuletzt wegen dem Wetter, aber es war trotzdem schön und hat mir gefallen. Ich hatte deutlich weniger Probleme als ich dachte.
Die positiven Eindrücke überwiegen deutlich den negativen und das was ich in Norwegen wollte, habe ich auch gefunden:
ich konnte mal in aller Ruhe ein wenig Auto fahren.

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Davon gab es jede Menge zu sehen: Landschaft.
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Davon hätte ich gerne mehr gehabt: winterliche Straßen.
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BeitragVerfasst am: 26.03.2019 20:11    Titel: Organisation und Reisetipps für Norwegen Antworten mit Zitat

Wenn einer eine Reise macht, so kann er was erzählen.
Neben den vielen kleinen Erlebnissen die man hier und da einsammelt und den Berichten die man dazu schreiben könnte, ist es doch die Organisation welche wirklich wichtig ist.
Denn niemand möchte ohne Kraftstoff mit dem Auto liegen bleiben oder an der Sprachbarriere scheitern.
Auf die Frage: „Muss man sich für einen Aufenthalt in Norwegen vorbereiten und wenn ja wie?“ möchte ich in den nächsten Sätzen etwas näher eingehen.

Das Reisen durch und nach Norwegen: von A nach B nach C:
Je nach dem was man in Norwegen sehen und erleben möchte bietet es sich an zu fliegen, mit dem Auto oder der Bahn zu fahren, oder aber auch mit einem Schiff vor der Küste entlang zu schippern.
Ähnlich wie in Deutschland gibt es zwischen den größeren norwegischen Städten regelmäßig Flüge, aber auch direkt Flüge direkt von Deutschland nach Norwegen.
Die Anfahrt mit dem eigenen Auto ist recht einfach mit der Fähre möglich, sowohl als schnelle Tagesverbindung als auch Übernacht. Fährverbindungen sind auf den meisten Karten mit eingezeichnet drum kann man hier recht einfach gezielt suchen.
Da man auch per Brücke nach Skandinavien kommt, sollte man aber immer die Kosten vergleichen, Siehe Brückenmaut, und mit dem Annehmlichkeiten einer Fährüberfahrt gegenüber stellen.
In Norwegen selbst ist man mit dem eigenen Auto, aber auch Mietwagen recht gut, wenn auch nicht alt zu schnell, unterwegs. Es gilt Tempo 50 km/h in Stadt, 80 km/h auf allen Landstraßen und bis zu 110 km/h auf Autobahnen und davon abweichend ist der Beschilderung zu folgen. Trotzdem kommt man am Tag bis zu 600 km weit, wenn man auf längere Stopps verzichtet.
Auf den Hauptverkehrsrouten ist das Tankstellen Netz dicht genug, hier braucht man sich keine Sorgen um Kraftstoff zu machen.
Abseits davon ist die Versorgungslage auch nicht viel schlechter, aber wenn man plant ein paar Tage durch die Wälder zu fahren, sollte man vorab die Tanks füllen und auch einen Tankstopp je nach Bedarf einplanen. Auch für Elektrofahrzeuge sind mir Ladesäulen aufgefallen, hier sollte man aber unbedingt vor ab und je nach Reichweite seine Route auslegen. Esso und Shell Tankstellen kann man genauso wie in Deutschland finden, aber auch andere Marken wie Circle K und YX. Aral Tankstellen habe ich aber keine gesehen.
Speziell im Winter sind Schäden am Auto durch Streusandsteinschläge vorprogrammiert. Seine Fahrweise sollte man darauf hin anpassen oder aber ein Mietwagen verwenden. Diese haben dann auch zum Teil Spikereifen.
Norwegen mit dem Schiff zu erleben ist sicherlich etwas ganz besonderes. Die berühmteste Möglichkeit sind die Postschiffe der Hurtigrouten. Es gibt aber auch im Sommer auf den größeren Seen und Flüssen Schiffsverbindungen. Wer an der Küste entlang fährt kommt um einigen kleinen Fähren nicht drum herum.
Wenn man sich selbst eine Route durch Norwegen zusammen stellt ist es durchaus eine gute Idee von den Europastraßen abzufahren und Nebenstraßen zu verwenden. Die Aussichten und Landschaften die es hier zu entdecken gibt sind oftmals einen Umweg wert. Angst vor Schotterpisten braucht man dabei nicht zu haben, denn es gibt davon nicht mehr alt zu viele.
Eine grobe Norwegenkarte, Siehe das kostenlose ADAC Tourset, sollte auch mithaben wer mit einem Navigationsgerät unterwegs ist. Man kann sich aber auch gut mit der Straßenbeschilderung orientieren. Die Farben der Schilder sind in etwa die gleichen wie in Deutschland. Für eine feiner ausgearbeitet Route auf Nebenstraßen empfiehlt es sich vor ab die Kreuzungen per Google Streetview zu erkunden. Nahezu das gesamte Land wurde von Google erfasst.
Toiletten an Hauptverkehrswegen tauchen relativ oft auf, sind kostenfrei und ausreichend ausgestattet. Dabei gilt es zu beachten das es deutlich mehr Behinderten Toiletten gibt und diese durchaus von jedem genutzt werden dürfen.

Was kostet Norwegen:
Die Hotelkosten in Norwegen liegen etwa auf dem doppelten Niveau wie in Deutschland.
Günstigere Hotels und Unterkünfte findet man auch, aber die Möglichkeit durch Camping und in einem Ferienhäus zu übernachten sollte auf jeden Fall in betracht gezogen werden. Dadurch lassen sich die Kosten drücken. Hotelbuchungen welche schon vorab in Deutschland getätigt wurden sollten unbedingt als Ausdruck mitgenommen werden. Denn darauf steht meist neben der Adresse, eine Telefonnummer und auch in Landesprache das man gebucht hat. Damit ist eindeutig was man will und man hat einen Nachweiß, auch für den Preis.
Das Einkaufen von Lebensmitteln ist nicht anders als in Deutschland auch. Die Auswahl wird sich zwar unterscheiden, aber man wird in etwa das finden was man sucht und auch satt werden. Die Preise sind aber deutlich höher. Auch kleine Einkäufe werden kaum unter fünf Euro ausfallen. Es empfiehlt sich einen Grundstock an Lebensmitteln mitzunehmen und nur ergänzend einzukaufen. Typische Läden sind Rema 1000, Kiwi, Coop Prix, Extra.
Die Ladenöffnungszeiten sind zum Teil deutlich länger als in Deutschland, aber auch Sonntags sind Kaufhallen geschlossen.
An Geld kommt man an Automaten, aber auch an so manch einer Kasse, benötigt dies aber nur bedingt. Denn mit einer Kreditkarte eines größeren Anbieters benötigt man kaum mehr Bargeld.
An allen Automaten welche ich bedient habe konnte ich mit Karte zahlen.
Essengehen, ist so wie Einkaufen, nicht wirklich günstig. Eine einfache Mahlzeit ab umgerechnet 15 bis 20 Euro pro Person kann man einplanen. Hier sind Camper wieder im Vorteil welche selbst kochen und sich versogen können.

Die Verständigung und Sprache:
Englisch, das ist hier die Sprache. Damit kommt fast überall weiter.
Deutsch verstehen nur die wenigsten und dann auch nicht alt zu viel.
Sowohl ältere als auch jüngere sprechen zum Teil gut englisch und die Kommunikation fällt relativ einfach. Trotzdem sollte man ein paar Worte Norwegisch können, auch um die Straßenverkehrschilder richtig zu interpretieren, speziell im Winter.
    Deutsch - Norwegisch
    Bitte - vær så snill
    Danke - takk
    Hallo - Hallo
    Auf Wiedersehen - farvel
    ja - ja
    nein - ikke
    Hilfe – Hjelp
    Zoll - Toll
Die Liste ist nach Belieben zu ergänzen. Die Aussprache kann man sich zum Beispiel beim Google Übersetzer anhören.
Um Straßennamen und Wegbeschreibungen zu verstehen hilft es auch nicht wirklich wenn der Gegenüber buchstabiert, da zum Teil unbekannte Buchstaben verwenden werden.
Mit ein wenig Fantasie und ein paar Aussage kräftigen Bildern, zum Beispiel auf Verpackungen, kommt man beim interpretieren von Schilder, Beschriftungen und Verpackungen recht weit. Wer ohne Fremdsprachen Kenntnisse reist und auf Nummer sicher gehen will kann auch ein „Ohne Wörter Buch“ mit Zeigebildern verwenden.

Für weitere Reisetipps empfehle ich den Rest von diesem Thema auch noch zu lesen, speziell die Packliste . Ansonsten gilt wie überall: so wie man sich benimmt und auftritt wird man auch bedient und wahrgenommen – ein Lächeln gepaart mit ein wenig Dreistigkeit öffnet einem so manche Tür.

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Kaufhallen wie in Deutschland auch. Hier ein Rema 1000 Laden.
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Mit der Fähre schnell und entspannt nach Göteborg.
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BeitragVerfasst am: 28.03.2019 17:03    Titel: Kostenabrechnung Antworten mit Zitat

Was ich für meinen Urlaub ausgeben musste ist durch ein paar günstige Umstände ein wenig reduziert worden.

Übernachtungen / Hotel:
So musste ich bei diesem elf Tagetrip mit zehn Nächten nur acht Hotels buchen, da ich einmal bei einem Kumpel übernachten konnte und eine weitere Nacht auf der Fähre verbracht habe. Auch habe ich die Hotels rund drei Monate vor Urlaubsantritt gebucht und zum Teil auch schon bezahlt.
Im Durchschnitt lagen die Hotelkosten bei rund 75 €uro / Nacht. Dabei war die günstigste Übernachtung bei 41 €uro und die teuerste bei rund 120 €uro. Das teuerste war aber nicht das Beste und auch so nicht beabsichtigt.
    Hotels 600 €uro
Essen / Verpflegung:
Vorab habe ich meine bereits vorhandene Campingbox aufgefüllt.
Dabei habe ich für rund 50 €uro Lebensmittel gekauft.
Hinzu kamen Einkäufe in Norwegen in Höhe von rund 32 €uro. Das war deutlich weniger als gedacht. Essen war ich nicht.
    Einkauf in Deutschland 50 €uro
    Einkauf in Norwegen 32 €uro
Kraftstoff & Maut:
In Norwegen war ich fünfmal Tagen bei Diesel Kraftstoffpreisen von 1,638 bis 1,402 €uro. Die erst Skandinavische Tankfüllung war viel zu teuer, aber zu dem Zeitpunkt wusste ich es noch nicht besser. Erst im Verlauf der Reise habe ich Gefühl für günstigere Tankstellen entwickelt. Die Gesamtkraftstoffkosten belaufen sich auf rund 260 €uro für die gesamte Fahrstrecke von 4700 km. Dabei ist zu beachten dass ich auf sparsame Fahrweise großen Wert gelegt habe und zwischen 3 und 4 Liter Verbrauch auf 100 km hatte.
Hinzu kommt die Fähre welche für beide Überfahrten und die eine Übernachtung 173 €uro haben wollte. Die Übernachtung, mit eine der günstigsten Kabinen an Bord, kostete 50 €uro welche in den 173 €uro enthalten sind.
Die Mautkosten liegen mir im Moment noch nicht vor, sollten aber nicht teuer als 50 €uro sein, schätze ich im Moment. Wenn mir die Rechnung vorliegt ergänze ich die Summe hier in der Abrechnung.
In Bodø musste ich für einen Parkplatz über Nacht 22 €uro zahlen.
    Kraftstoff 260 €uro
    Fähre 173 €uro
    Parkkosten 22 €uro
    Maut 50 €uro (Schätzung)
Sonstiges:
Für die Reise und Reisevorbereitung brauchte ich außerdem Kartenmaterial, welches ich mir zum Teil habe schenken lassen, aber auch kostenfrei vom ADAC bekommen habe.
Dafür, wenn man alles Neukaufen würde, lässt sich eine Summe von rund 32 €uro ansetzen.
Für die Fahrt musste ich auch passende Schneeketten kaufen. Gebraucht waren Sie sehr günstig, neu hätte ich dafür aber rund 25 €uro bezahlt.
Eine Kartenkartenleselampe, sowie die Winterräder und H7 Austauschglühbirnen müssten theoretisch auch mit eingerechnet werden, darauf versichte ich aber in der Gesamtaufstellung.
    Kartenmaterial 32 €uro
    Schneeketten 25 €uro
Gesamt Abrechnung:
    Hotels 600 €uro
    Einkauf in Deutschland 50 €uro
    Einkauf in Norwegen 32 €uro
    Kraftstoff 260 €uro
    Fähre 173 €uro
    Parkkosten 22 €uro
    Maut 50 €uro (Schätzung)
    Kartenmaterial 32 €uro
    Schneeketten 25 €uro
    ______________________________

    Gesamte Ausgaben 1244 €uro
Die Gesamtsumme hat mich nicht wirklich überrascht, aber doch zu denken gegeben.
Das ich auf diese Reise sparen musste versteht sich von selbst.
Im Durchschnitt kostete mich ein Reisetag knapp 110 €uro. Das könnte man noch als vertretbar bezeichnen, ist aber nur dadurch so günstig geblieben weil ich weitere Kosten, wie Eintritte, Parkgebühren, Restaurantbesuche vermieden habe. Insofern steht fest das Norwegen ein recht teures Reiseland ist, aber das man es sich durchaus leisten kann.

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Solch ein Panorama war kostenfrei - nur mitnehmen musste man es.
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BeitragVerfasst am: 03.04.2019 17:53    Titel: Epilog Antworten mit Zitat

Schon als ich letztes Jahr, Anfang 2018, einen kurzen Winterurlaub unter der Schneekoppe in Polen verbracht habe, war zu spüren das es nicht wirklich winterlich war. Obwohl die Region eigentlich als Schneesicher gilt, vor allem im Februar, lag im Tal nur bedingt Schnee herum.
Nicht nur deswegen, auch weil ich mal wirklich den Winter erleben wollte bin ich nach Norwegen gefahren. Das ich auch in Norwegen den Winter kaum finden konnte hat mir dann doch zu denken gegeben. Denn wenn man sich Ende Februar im Polarkreis herumtreibt und Plusgerade vorfindet dann stimmt doch was nicht. Klimawandel?

Für diese Reise habe ich 178,79 Liter Dieselkraftstoff verbrannt. Da ein Liter Diesel zu 2,64 Kg CO2 verbrennt, neben allerlei anderen Kram, macht das 238,4 m³ oder 472 kg reinen Kohlenstoffdioxid.
Zum Vergleich, meine Dachgeschoss Wohnung umfasst ein Luftvolumen von rund 100 m³.
Ein Baum der etwa 12,5 kg CO2 pro Jahr bindet müsste also knapp 38 Jahre wachsen um meine Reise zu neutralisieren. Hinzu kommen auch noch die Fährüberfahrten und Heizkosten vor Ort.

Nun könnte man meinen: „Schön das es nur so wenig ist“, aber tatsächlich ist es so das ich meinen CO2 Fußabdruck mit dieser Reise weiter vergrößert habe und das obwohl es keinen zwingenden Grund dafür gab. Das heißt allein zum Spaß und meiner Belustigung habe ich unserer Natur weiteren erheblichen Schaden zugefügt.
Da mich die Reise auch noch einiges gekostet hat, drängt sich der Gedanke auf, was währe wenn ich zu Hause geblieben währe? Theoretisch hätte ich einen Monat frei machen können, denn die Reisekosten betragen mehr als meine monatlichen Fixkosten. Mein Arbeitgeber hätte das bestimmt nicht ganz so toll gefunden.

Gemessen an anderen Urlaubsreisen und deren Belastung für die Umwelt ist meine Autofahrt aber noch recht harmlos. Wäre ich die Strecke nach Bodø geflogen hätte ich 935 kg CO2 für den Hin und Rückflug zu verantworten, also knapp das doppelte von dem was ich tatsächlich emittiert habe. Insofern ist das keine Verbesserung. Eine 10 Tages Schiffsreise währe dagegen eine regelrechte Katastrophe gewesen. 2740 kg CO2.

Nicht nur mit Hinsicht auf den Kosten muss man das Reisen in Frage stellen. Gegen Urlaub, oder besser ein Auszeit von der Arbeit, kann man sicherlich nichts einwenden, eher im Gegenteil den zu Hause und in der Garage gibt es immer was zu tun, was dann auch Spaß macht. Das Reisen ist immer mit Abgasen und Ressourcen Verbrauch verbunden der vermeidbar, wenn nicht sogar unnötig, ist.

Gerade wir Automobilisten müssen uns immer wieder vorwerfen lassen das unsere Fahrzeuge unnötig viel Sprit verbrennen und wir damit das Klima zerstören. Aber die Summe aller unserer Aktivitäten ist das Problem. Es heißt das ein pro Kopf Ausstoß von 2300 kg CO2 pro Jahr keine schädlichen Auswirkungen auf unsere Umwelt hätte. Aber damit kommt man nicht weit, schon gar nicht nach Amerika oder Neuseeland.
Drum gilt es eigentlich für jeden, sich vor einer Urlaubsreise Gedanken zu machen ob das wirklich eine gute Idee ist.

Quellen:
www.atmosfair.de
www.handelsblatt.com - Artikel
Youtube - Nachhaltig reisen: Wie geht umweltbewusster Urlaub?

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Frühling Ende Februar in Schwweden.
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BeitragVerfasst am: 12.05.2019 19:16    Titel: Schäden am Fahrzeug Antworten mit Zitat

Noch vor der Reise habe ich die Umbauten LINK am Fahrzeug beschrieben.
Damals meinte ich auf die Spritzlappen an der Hinterachse verzichten zu können, auch glaube ich das es insgesamt kaum Schäden geben wird.
Nun nach dem ich längst wieder zurück bin habe ich mir die Zeit genommen die Schäden zu suchen und zu dokumentieren.

Das offensichtlichste was ich schon bei der Fahrt feststellte waren die Steinschläge auf der Frontscheibe. Immer wieder hörte ich deutlich wie kleine Steinchen auftrafen.
Die Windschattenfahrten, welche in Deutschland und Dänemark noch wunderbar funktionierten, konnte ich so in Skandinavien nicht fortsetzen. Noch im Frühlingshaften Schweden habe ich das nicht mehr gemacht und fort an versucht Abstand zu halten von Fahrzeugen welche vor mir fahren.
Trotzdem bin ich nicht ohne zahlreiche Steinschläge davon gekommen.
Siehe Bild im Anhang. Dort zu erkennen sind die kleinen Klebebandschnipsel auf der Motorhaube und Windschutzscheibe. Jeder davon steht für einen oder mehrere Steinschläge.
Zusätzlich ist noch ein Kratzer in der vorderen Beifahrerscheibe, vermutlich beim Eiskratzen eingezogen. Die immer noch neuen Wischer ziehen jetzt nach dem Reise auch streifen.
Das zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal halbes Jahr alte Auto musste also schon ordentlich einstecken. Zwar sieht die Scheibe und der Rest nicht aus wie die Rückseite vom Mond, trotzdem ärgert es mich das jetzt so viele Steinschläge das Blechkleid zieren.
Der Lack ist aber nicht bis auf das Blech abgeplatzt, von dem her befürchte ich an diesen Stellen keinen Rost.

Kurz nach dem Urlaub habe ich an der Hinterachse die Spritzlappen montiert, da diese auch geklebt werden, musste natürlich vorab eine Reinigung der Kontaktflächen erfolgen.
Das sind die Flächen welche sauber sind, zu erkennen auf dem Bild der Hinterachse. Beim putzen stellte ich aber fest das der Bereich direkt hinten der Rädern irgendwie nicht sauber wurde – das war aber falsch gedacht. Den sauber waren auch diese Flächen nur sieht eine gesandstrahlte Oberfläche eben so aus.
Man sieht deutlich das der scharfkantige Streusplitt welcher von den hinteren Rädern hochgeworfen wurde die Oberfläche vom Stoßfänger komplett aufgeraut hat.
Dieser Bereich wird zwar jetzt von den Spritzlappen abgedeckt lässt aber vermuten wie es an der Vorderachse aussieht.

Dazu sind zwei exemplarische Bilder vom Schweller der Beifahrerseite im Anhang.
Die Fahrerseite sieht genauso aus.
Auf dem einem Bild ist der vordere Bereich, hinter dem Spitzlappen zu erkennen, auf dem anderen der Blick nach Vorn über die gesamte Länge vom Schweller.
Ich war schockiert als ich erkennen musste das der Lack partiell komplett abgetragen wurde und die helle Grundierung durchscheint. Ich bin in Skandinavien rund 3400 km in 8 Tagen gefahren. Das innerhalb dieser kurzen Zeit und Strecke schon solche Schäden auftreten können ist für mich unbegreiflich. Wie sehen denn einheimische Fahrzeuge aus welche unter diesen Bedingungen den gesamten Winter und das auch noch über mehrere Jahre durchhalten müssen? Hat Ford für dort ausgelieferte Fahrzeuge besondere Schutzmaßnahmen getroffen? Und wie schlimm währe es wenn ich ohne Schmutzfänger an der Vorderachse gefahren währe?
Tiefer bin ich noch nicht unter das Fahrzeug gekrochen, abzusehen ist aber das hier auf jeden Fall eine Unterbodenkonservierung stattfinden muss, da ich befürchte das es auch blanke stellen gibt.

Angesichts dieser Schäden und der damit verbundenen Folgekosten erscheint es mir schon fast lächerlich zu erwähnen das sich auch allerlei Sand, Straßenschmutz und Splitt in den Felgen gesammelt hat. Besonders in den hinteren. Diesen konnte ich aber heraus kratzen und damit auch die Unwucht der Räder beheben.
Dass das Fahrzeug nach der Reise von innen und außen eine Grundwäsche erfahren hat und damit auch wieder recht sauber wurde versteht sich von selbst.
Einen Nennenswerten Reifenverschleiß gibt es nicht zu berichten.

Hätte ich vorher gewusst was ich meinen, zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 3 Monate alten Fahrzeug antue, hätte ich mir bei der Fahrzeug Vorbereitung noch ein paar Ideen einfallen lassen um die Lackschäden, vor allem am Schweller, vorzubeugen.
Jeden der so etwas ähnliches vor hat, sollte sich im klaren darüber sein das die Bedingungen im hohen Norden Europas ganz besondere sind und das Material nicht schonen.

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Steinschläge.JPG
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Die Motorhaube hat deutlich mehr Steinschläge als die Scheibe abbegkommen.
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Stoßfänger hinten.jpg
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Der Radlauf hinten rechts und links.
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Schweller rechts vorn.JPG
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Man sieht genau welcher Bereich vom Spitzlappen geschützt wurde.
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Schweller rechts vorn.JPG



Schweller rechts hinten.JPG
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Die dunklen Flecken sind vom Fett in den Türen
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BeitragVerfasst am: 13.05.2019 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

der Ka z.B. hat im Spritzbereich am Schweller teilweise Steinschlagschutzfolie serienmässig, nützt beim Ka halt wenig da er von innen durchrostet wie nix Crazy
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